Judo im TuS Esingen

Anders als in manchen anderen Vereinen, wird bei uns Judo vorwiegend als Körper- und Bewusstseinsschulung vermittelt.

Besonders wichtig ist uns auch das „Ji-Ta-Kyo-Ei“, das moralische Prinzip, an die Judoka weiter zu geben. Dieses Prinzip macht Judo zu einem Erziehungssystem. Übersetzten kann man es in etwa mit „Gegenseitige Hilfe für den wechselseitigen Fortschritt und das beiderseitige Wohlergehen“. Wir lehren den Übungspartner zu respektieren und Verantwortung für ihn zu übernehmen. Disziplin und Selbstbeherrschung sind hierfür überaus wichtig, wenn man bedenkt, dass Judo, wie bereits erwähnt, aus den tödlichen Techniken der Samurai entwickelt wurde.

Im Vordergrund unseres Trainings steht neben dem „Ji-Ta-Kyo-Ei“ der Spaß an der Bewegung und das Kennen- und Umgehenlernen mit dem eigenen Körper und seinen Grenzen. Der Aufbau einer guten Körperspannung ist dabei unabdingbar und ist wichtiger Bestandteil des Unterrichts.

Eignung zum Judo

Judo ist ein Sport, der vorwiegend in einem jungen Alter begonnen wird, was nicht heißt das er ab einem gewissen Alter nicht mehr ausführbar ist! Bei uns beginnen Kinder im Alter von 7 Jahren die Grundzüge des Judo zu erlernen und anzuwenden. Auch jugendliche oder erwachsene Anfänger oder Wiedereinsteiger jeder Altersstufe sind bei uns herzlich willkommen, denn um den „sanften Weg“ zu gehen ist man nie zu alt. Judo kann bis ins hohe Alter betrieben werden, und es gibt  praktisch keine Altergrenze.

Judo im Allgemeinen

Judo (jap.: „Sanfter Weg“) ist um 1880 von dem Pädagogen Dr. Jigoro Kano aus den früheren Kampftechniken der Samurai, dem Jiu-Jitsu, entwickelt worden. Sein ziel war es die überwiegend tödlichen Elemente so umzugestalten, dass eine friedliche Sportart daraus entsteht. Er hatte seine „Erfindung” bereits im Alter von 20 Jahren abgeschlossen.

Das erste Kodokan (Judo-Institut in Tokyo) gründete er 1882 in Shitaya. Kano wurde ein bekannter Judolehrer. Seiner Philosophie nach sollte Judo gleichzeitig ein geistiges und körperliches Training sein, das Geist und Körper in einen Zustand der Harmonie und Ausgeglichenheit versetzt.

Seither verbreitete sich Judo über den gesamten Erdball und setzte sich in der Zeit zwischen den Weltkriegen auch in Europa durch. Der Dachverband des deutschen Judosportes ist der „Deutsche Judo-Bund” (DJB), der 1956 mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet wurde.

„Judo is a never ending Story“ – „Judo ist eine unendliche Geschichte“, so sagte einst jemand und er hat Recht behalten. Denn anders als viele andere Sportarten ist Judo ein lebenslanger Weg des Lernens und nicht in wenigen Jahren erfassbar. Judo ist nicht nur eine Kampfkunst, sondern vielmehr eine Lebenseinstellung!

Judo im Tus-Esingen

Die Judosparte im Tus Esingen wurde etwa 1988 von Ralf Pöhler (heute Vizepräsident des Deutschen Judo-Bundes) ins Leben gerufen. Das Training fand damals noch im Gymnastikraum der Grundschule Tornesch-Esingen statt; mit dem Bau der Turnhalle Am Schützenplatz und der Anschaffung einer größeren Mattenfläche wurde die Möglichkeit der Expansion geschaffen.

Nach Rücktritt von Ralf Pöhler als Trainer und Spartenleiter übernahm Henning Riedl das Training. Schon damals wurde er von Gisela Haak (damals noch Gisela Rolff) unterstützt, die nach dem Umzug von Henning Riedl das Fortbestehen der Sparte sicherte. Jens Lenzing trat 2000 die Nachfolge der Spartenleitung an und gab sie seinerseits 2007 an mich (Marco Scholle) weiter.

Heute zählt die Judosparte knapp  50 Mitglieder in den verschiedensten Alters- und Graduierungsklassen.